Brennweitenverlaengerungsfaktor

Der Brennweitenverlängerungsfaktor oder Formfaktor gibt das Verhältnis zweier Brennweiten an, die bei unterschiedlichen Aufnahmeformaten denselben Bildausschnitt abbilden. Er ergibt sich aus dem Verhältnis der Diagonalen zweier Bildformate. Dies spielt deshalb eine Rolle, weil unterschiedliche Fotoapparate ihr Bild auf Sensoren oder Filme unterschiedlicher Größe projizieren. Der Brennweitenverlängerungsfaktor dient also dem Vergleich von Objektivbrennweiten bei verschiedenen Aufnahmeformaten. Was heißt das in der Praxis?

Jeder digitale Fotoapparat und jedes Objektiv einer Spiegelreflexkamera wird insbesondere über seine Brennweite beschrieben, bei Zoomobjektiven wird ein Brennweitenbereich genannt wie zum Beispiel „28–136 mm“. Damit ist aber in der Regel nicht die tatsächliche Brennweite eines Objektivs gemeint, sondern ein Vergleichswert, der auf ein „normales“ Bildformat umgerechnet wurde. Den Standard stellt dabei das klassische Kleinbildformat dar, dem heute die Bildsensoren der teuersten digitalen Spiegelreflexkameras entsprechen. Man spricht bei diesen Bildsensoren mit einer Größe von 24 x 36 Millimetern auch vom „Kleinbildformat“.

Weniger teure Spiegelreflexkameras und Kompakt-Fotoapparate verfügen über zum Teil erheblich kleinere Sensoren. Die hier eingesetzten Linsen haben entsprechend eine deutlich kleinere Brennweite, wenn sie denselben Bildausschnitt darstellen sollen wie ein Objektiv für das Normalformat. Der Brennweitenbereich von 28-136 Millimetern beschreibt also die auf das Normalformat umgerechnete Brennweite eines Fotoapparats mit tatsächlich deutlich geringerer Brennweite von zum Beispiel 7-34 Millimetern und einem Bildsensor, dessen Diagonale ein Viertel der Diagonale des Kleinbildformats ausmacht. Dabei hat der Brennweitenverlängerungsfaktor den Wert 4. Die Brennweite des Objektivs wird entsprechend mit 4 multipliziert um einen Vergleich mit anderen Objektiven oder Fotoapparaten zu ermöglichen, deren Brennweiten ebenfalls auf die Normalbrennweite umgerechnet werden.