Blende

Unter dem Begriff Blende versteht man in der Fotografie üblicherweise mechanisch ausgeführte Vorrichtungen an Kameras, mittels derer der Lichtdurchlass durch das Objektiv geregelt wird. Sie ist meist als Lamellenblende konstruiert, auch Irisblende genannt. Bei dieser Blende verschieben sich Lamellen-Bleche, die sich in einer kreisförmigen Anordnung befinden, so ineinander, dass der Lichtdurchlass enger oder weiter und somit die einfallenden Lichtbündel kleiner oder größer werden. Die Positionierung der Blende im Strahlengang erfolgt dabei so, dass sie nur als Aperturblende, nicht aber als Gesichtsfeldblende wirkt. Zwei wichtige Funktionen werden von der Blende erfüllt: Einmal hat sie unmittelbaren Einfluss auf die Belichtungsstärke des Bildsensors und des Films oder Fotopapiers, und zwar nach folgender Regel: Je größer die Blendenzahl, desto kleiner die Blendenöffnung und damit der Lichtdurchlass. In Kombination mit der Belichtungszeit erfolgt so die Regelung der Belichtung des Films bzw. des Aufnahmesensors. Die Blende beeinflusst aber auch die Schärfentiefe. Mit zunehmender Blendenzahl werden nämlich auch die Unschärfenkreise kleiner, da der Lichtkegel spitzer wird. Dadurch erfolgt eine Vergrößerung des noch als scharf wahrgenommenen Motivbereichs bis zum Erreichen des zulässigen Grenzwerts, des Zerstreuungsdurchmessers.

Der Begriff Blende wird in der Fotografie aber auch als Abkürzung für Blendenöffnung gebraucht. Beispielsweise wird „große Blende“ gesagt, wenn man die große Blendenöffnung meint. Dies kann bisweilen zu Missverständnissen führen, gerade wenn man sich noch nicht so lange mit dem Thema Ftografie befasst. Später geht dieser Begriff in Fleisch und Blut über und wird unter Fotobegeisterten mit am häufigsten benutzt.